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Vitez und Kiraly

Bild von inside
„Knie, Kind!
Verbeuge dich vor den Mächtigsten des Kosmos.
Knie, Kind!
Senke dein Haupt vor den Herrschern der Zeit.
Knie, Kind!
Falle und bete vor den einzig wahren Göttern.“
- „Gläubig“, kleines Gebetsbuch von Thiag



Herrschern gleich abgebildet, hoch thronend, überragend und streng blickend, das sind die häufigsten bildlichen Eigenschaften, mit denen die Abbildungen der Kiraly charakterisiert werden können. Hockend, gleich einem Tier, das zum Sprung auf eine Beute ansetzt, blutrünstigen Hintergründen fast gleichgesetzt schimmern die Vitez auf vielen der Abbildungen durch. Was sind die Unterschiede dieser beiden Zeichnungen? Gehören sie überhaupt zu der gleichen Rasse? Sind sie gleichgesinnte oder vermischen sich in ihnen Wahrheit, Geschichte, Einbildung, Ehrfurcht und Angst zu einem großen Gewirr, das zu entschlüsseln uns für immer ein Rätsel aufgeben wird?

Willkommen in der Welt der Spekulationen und Theorien. Es gibt mehrere wenigstens plausibel klingende Theorien, welche versuchen, dieses Gewirr von Fragen zu lösen. Wir wollen uns hier mit der geläufigsten beschäftigen, vor allem, weil es zu ihr bisher die meisten Belege gibt. (Wohlgemerkt gibt es leider auch fast genauso viele Widerlege.)

Betrachtet man neben die Abbildungen auch die Art der Anordnung in vielen Jungh- Tempeln, so werden die Kiraly meist tiefer im Tempel abgebildet, oder ihre riesigen Stauten thronen auf hoch erhoben, bewacht von vielen kleinen Vitez. Sind also die Kiraly die eigentlichen Götter? Waren sie die Herrscher der Jungh?

Man könnte es auf den ersten Blick vermuten. Leider ist die Welt nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick aussieht. So weißt zum Beispiel eine Inschrift auf Simobo extra darauf hin, dass allen Göttern der gleiche Respekt zollt, sonst wird es einem schlecht ergehen. (Der Autor führt dieses schlecht ergehen an einem sehr unschönen Beispiel aus; er war auf jeden Fall ein sehr guter Schriftstellen, denn man kann sich schön bildlich vorstellen, was einem passiert, sollte man seinen Anweisungen nicht folgen – und das will keiner!)

Damit werden eigentlich schon viele Theorien aus der Angel gehoben, denn sie fußen meist auf einer zweigliedrigen Gesellschaft der Jungh mit einem klaren hierarchischen Hintergrund – Herrscher und Diener.

Die landläufigste Theorie geht von einem ganz anderen Standpunkt aus. So gibt es eigentlich keine zwei verschiedenen Wesen, sondern nur zwei verschiedene Ausprägungen des gleichen Gottes. Eine Art „zwei- Seiten- einer- Medaille-“ Theorie, in der jeder Gott mindestens (Hust, Wissenschaft!) zwei Seiten seiner Persönlichkeit aufweisen kann; eine einem Herrscher gleich und eine, einem Krieger gleich. So stellen die Vitez- Abbildungen meist Kampfhandlungen und ähnliche kriegerische Szenen dar, wohingegen Kiraly eher auf den herrschenden und verwaltenden Bildern zu finden sind. (Man beachte die Wörter meist und eher.)

Dergleichen jedoch nicht genug, denn die Fragerei geht weiter. Gab es wirklich zwei Seiten? Konnten sie sich also transformieren, ähnlich den Zerg, nur schneller und effektiver? Gab es eine Art wahre Gestalt und ist diese mit den Geistern und damit den Kiraly gleichzusetzen?

Gab es eine wahre Gestalt? Gibt es die eine Wahrheit? Nein, weder existiert das eine, noch das andere. So ähnlich muss man sich das auch bei den Jungh vorstellen (so Theorie). Es waren wirklich zwei Seiten einer Medaille, so wie wenn man einen Gegenstand von zwei Seiten angeschaut hat, so konnte man auch die Jungh von zwei Seiten anschauen und sah zwei vollkommen unterschiedliche Wesensausprägungen, den Herrscher und den Krieger.

Der Blickwinkel hing dabei von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Persönliche Einstellung, Art der Begegnung, Ziele des Jungh, Alter, Geschlecht, Hintergrund, Umgebung, Handlung des Jungh und des Begegneten und vieles mehr.

Aber wieso hat denn niemand gemerkt, dass sie zwei unterschiedliche Gestalten gesehen haben? War der Frager schon einmal in einem Tempel? Hat er schon einmal die geballte Macht eines solchen heiligen Ortes gespürt? Man denkt an nichts, man staunt nur, man fürchtet sich, man zollt Respekt und man zweifelt nie. Obwohl die Präsenz der Jungh nicht wirklich real ist, so schimmert sie dennoch bis zu uns hindurch. Es gab damals keine Zweifel an dem, was man gesehen hat, es gab damals keine ungleichen Geschichten und keine Zwietracht unter den Spilmalrith, zumal die Freiheit des Geistes, wie sie heute gepflegt wird, damals noch nicht ausgeprägt war. Deshalb findet man auch in den Tempeln so unterschiedliche Zeichnungen und Ausprägungen, man sieht die Kiraly meist herrschend und die Vitez eher kämpfend, deshalb gibt es zwei Ausprägungen, zwei Seiten (oder gar noch mehr, wie die eigentlich Theorie behauptet) des selben Gottes.

Zusammenfassend kann man also die Kiraly und die Vitez zu einem einzigen Wesen, einem Jungh, verschmelzen. Sie sind nur unterschiedliche Blickwinkel. Ob die Jung Geister auch solche zwei Wesenausprägungen besitzen kann man nicht sagen, da über die einfach zu wenige Daten existieren. Aber führt man die Theorie fort, so müssten auch im psionischen Raum diese Wesensausprägungen zu erkennen sein. Vielleicht, wenn die Zeit nicht zu schnell gegen uns arbeitet, könnte man dies beweisen. Man benötigt halt Zeit und vor allem Geduld und starke Nerven.

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Bild von Drak

Starke Nerven

Starke Nerven um der Intensität des Nachhalls der Jungh widerstehen zu können?

Die Theorie in dem Text ist interessant, und die Implikation "Spimalrith haben nicht gedacht, wenn sie ihren Göttern gegenüberstanden, aber sie haben auch nicht gestritten, auch später nicht!" kannte ich vor dem Text noch nicht.

Ist dem Leser des Buches der Ausdruck "Spimalrith" hier schon bekannt?

Lieben Gruß,
- Drak

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